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Tropfsteine, ein historischer Feuerwehrwagen und ein Turm mit Aussicht: Unser Team-Ausflug nach Iserlohn

Tropfsteine, ein historischer Feuerwehrwagen und ein Turm mit Aussicht: Unser Team-Ausflug nach Iserlohn

Unser Entwicklungsteam hatte das schon eine Weile geplant: einen Tagesausflug zur Dechenhöhle in Iserlohn, etwa vierzig Minuten von Dortmund entfernt. Es war mein erstes Mal in einer solchen Höhle, und es ist schwer zu beschreiben, wie es ist, unter Felsformationen zu stehen, die fast hundert Jahre gebraucht haben, um in diese Form hineinzuwachsen. Es ist wirklich fantastisch, dass es einen solchen Ort so nah an unserem Arbeitsort gibt. Wir waren zu neunt unterwegs, und das ist ein Stück Teamkultur, das ich sehr zu schätzen gelernt habe — ich weiß nicht, wie verbreitet das anderswo ist, aber normalerweise treffen wir uns so, oder fahren als Team an einen besonderen Ort, etwa dreimal im Jahr. Für mich, der aus dem Ausland hierhergezogen ist, bedeuten solche Tage viel: gleichermaßen Spaß und die Gelegenheit, die Region, in der ich inzwischen seit fast drei Jahren lebe, tatsächlich zu erkunden.

Hinein in die Dechenhöhle

Unsere Gruppe geht bei einer Führung durch die beleuchteten Gänge der Dechenhöhle
Der Führung folgend, tiefer hinein in die Dechenhöhle

Die Dechenhöhle hat eine schöne Geschichte. Entdeckt wurde sie eher zufällig, am 10. Juni 1868, als Eisenbahnarbeiter beim Bau der Strecke Letmathe–Iserlohn auf eine Felsspalte stießen — der Überlieferung nach soll ein heruntergefallener Hammer der eigentliche Auslöser gewesen sein. Nur wenige Wochen später war sie bereits für geführte Besuche geöffnet, und noch im selben Jahr kamen mehrere tausend Menschen, um sie sich anzusehen. Benannt wurde sie später nach dem Geologen Heinrich von Dechen, der die Höhle im August desselben Jahres besuchte und sich der Überlieferung nach dafür einsetzte, dieses Naturwunder zu schützen statt es zu zerstören — genau so wird sie bis heute behandelt: durchgehend geführt, gut geschützt und sichtlich gepflegt.

Der Rundgang ist eine merkwürdige Mischung aus wunderschön und leicht unheimlich — im positiven Sinne. Im einen Moment glitzern die Formationen im sorgfältig gesetzten Licht, im nächsten wird ein Gang schmaler und still, und das Ganze wirkt ein wenig gruselig. Die gesamte Tour ist durchgehend geführt, und das Ticket deckt sowohl die Höhle als auch das angeschlossene Deutsche Höhlenmuseum ab — für zehn Euro pro Person. Auch Kinder sind willkommen, was es leicht machte, den Ausflug später auch unseren Familien zu empfehlen.

Eine Höhlenkammer der Dechenhöhle, dramatisch in Blau- und Rottönen beleuchtet
Eine der größeren Kammern, in Blau und Rot beleuchtet

Das Deutsche Höhlenmuseum

Direkt neben dem Höhleneingang liegt das Deutsche Höhlenmuseum, das weit über die Dechenhöhle selbst hinausgeht — es zeigt, wie Höhlen entstehen, was im Laufe der Jahrtausende in ihnen gelebt hat, und die Geschichte der Höhlenforschung im Allgemeinen. Gleich zu Beginn begrüßen einen ein lebensgroßer Höhlenbär und sein Junges, und weiter hinten wartet eine wirklich beeindruckende Ausstellung von Mammutknochen und Stoßzähnen.

Lebensgroßes Modell eines eiszeitlichen Höhlenbären mit Jungem im Deutschen Höhlenmuseum
Ein eiszeitlicher Höhlenbär mit Jungem, Deutsches Höhlenmuseum
Ein Mammutschädel mit Stoßzähnen, ausgestellt im Deutschen Höhlenmuseum
Mammutüberreste, Teil der urzeitlichen Sammlung des Museums

Ein alter Bekannter auf dem Parkplatz

Bevor wir zu den Autos gingen, sorgte einer unserer Kollegen für eine eigene Überraschung: einen wunderschön restaurierten alten Magirus-Feuerwehrwagen. Wir durften hinaufklettern, uns das Führerhaus ansehen und viel zu viele Fotos daneben machen, bevor wir schließlich losfuhren. Er ist ein großartiger Entwickler — aber wie sich herausstellte, ist er genauso ernsthaft ein Fan von alten Motorrädern und Autos. Genau die Art von Detail über einen Kollegen, die man eben nur an einem solchen Tag erfährt.

Ein Kollege steht neben einem restaurierten alten Magirus-Feuerwehrwagen
Der wunderschön restaurierte alte Feuerwehrwagen unseres Kollegen

Hinauf zum Danzturm

Der Plan nach der Höhle war, zum Abendessen an einen bekannten Ort im Sauerland zu fahren: den Danzturm, einen 28 Meter hohen Turm mitten im Iserlohner Stadtwald auf dem Fröndenberg. Er wurde 1908/1909 genau dort errichtet, wo einst eine alte optische Telegrafenstation stand — Station Nummer 43, Teil einer Linie, die zwischen 1832 und 1849 von Berlin bis Koblenz verlief und Nachrichten von Anhöhe zu Anhöhe weitergab, lange bevor es irgendetwas Elektrisches gab. Der Turm selbst ist nach Professor Ernst Danz benannt, einem Iserlohner Ehrenbürger, der unter anderem für seinen Einsatz bei der Aufforstung des Iserlohner Stadtwaldes bekannt war — was sich passend anfühlte, mitten in eben diesem Wald stehend.

Luftaufnahme vom Danzturm auf einen telegrafenartigen Antennenmast auf dem Dach, mit der Restaurantterrasse und den Sauerländer Hügeln darunter
Blick vom Turm hinunter, mit der Restaurantterrasse darunter

Im Inneren zeigt eine Museumstafel die gesamte alte Telegrafenlinie, Station für Station, Stadt für Stadt, von Berlin bis hinunter nach Koblenz. Sieht man das so ausgebreitet — Dutzende kleiner Relaisstationen, jede gerade nah genug an der nächsten, um sie mit einem Fernrohr zu erkennen —, wird deutlich, wie viel Überlegung in ein Kommunikationsnetz geflossen ist, das fast zweihundert Jahre alt ist, lange bevor hier irgendjemand vom Internet gehört hatte.

Eine Museumstafel im Danzturm zeigt die historische optische Telegrafenlinie Berlin–Koblenz, Station für Station
Die alte optische Telegrafenlinie Berlin–Koblenz, 1832–1849, Station für Station

Abendessen mit Aussicht

Auf der anderen Seite des Turms liegt das Restaurant, mit einem Panoramablick direkt über Iserlohn — an einem klaren Tag soll man von dort oben angeblich bis nach Dortmund, Unna und Hamm sehen können. Es ist ein wirklich wunderschöner Ort, und es ist genau die Art von Aussicht, die einen zu schätzen lehrt, wie bewusst grün dieses Land geblieben ist. Vor Jahrzehnten hat sich jemand dafür eingesetzt, Orte wie diesen bewaldet zu halten, statt sie zuzubauen — und jetzt liegt es wirklich an uns, der heutigen Generation, das fortzuführen und mindestens genauso gut weiterzugeben.

Panoramablick über Iserlohn und die sauerländische Landschaft vom Danzturm aus
Der Blick vom Danzturm, über Iserlohn und das Sauerland

Das Abendessen selbst war mit Abstand mein liebster Teil des Tages. Wir sprachen über alte Projekte, erzählten Geschichten über Entwickler, die das Team schon lange vor mir verlassen hatten, und tauschten genau die Art von Anekdoten aus, die eben nur bei einem guten Essen zustande kommen. Die Runde deckte eine beeindruckende Altersspanne ab — von jemandem, der in den 1950er-Jahren geboren wurde, bis zu einem unserer jüngsten Kollegen, Jahrgang 2007 —, was viel über die Art von Team aussagt, die wir sind. Das Restaurant selbst war blitzsauber, die Atmosphäre warm und unprätentiös, und das Essen war wirklich hervorragend. Ich habe den Lachs bestellt und war sehr zufrieden damit — ich komme definitiv wieder hierher, mit meiner Frau, und sicher nicht nur einmal.

Ein gedeckter Restauranttisch im Danzturm, auf das Essen wartend
Warten auf das Essen im Restaurant des Danzturms

Eine letzte Überraschung

Unser Teamleiter, derjenige, der den ganzen Ausflug überhaupt vorgeschlagen hatte, stammt selbst ursprünglich aus Iserlohn — was die hervorragende Wahl beider Stationen erklärte. Am Tisch überraschte er uns noch einmal mit einem kleinen Geschenk für alle: einer Flasche einer in Iserlohn hergestellten Soße. Wir aßen, unterhielten uns noch eine ganze Weile, und traten irgendwann den Rückweg an — ein voller Tag, und ein wirklich guter.

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Mohammed Ahmadi

Mohammed Ahmadi

Software Developer